Aristoteles und Spiral Dynamics

Antike Fragestellungen

Es ist doch spannend, wie sich schon Platon und Aristoteles mit Werten und Motiven beschäftigt haben: Platon benannte drei „Seelenteile“: Vernunft, Wille und Begierden. Wer jetzt an Freud mit seinem „Über-Ich, Ich und Es (das Unbewusste)“ denkt, liegt sicher nicht so falsch. Eine Weiterentwicklung dieser Gedanken finden wir in der heutigen Transaktions-Analyse wieder (Eric Berne, 1950er-Jahre).

Aristoteles beschreibt die Menschliche Tugend: „Die Tugend ist also ein Verhalten, begründet in der Mitte im Bezug auf uns….“ Nach Aristoteles ist alles menschliche Handeln auf ein jeweiliges Gut gerichtet, z. B. Ehre, Ruhm, Lust…“ (Quelle: Skript Wirtschafts- und Unternehmensethik, Prof. Dr. Zenobia Frosch, FOM WS 2017).

Heute sprechen wir von Werten und Motivatoren: Anerkennung, Macht, Spaß, Sinn, …

Top moderne Forschung

Diese Fragestellungen, Menschliches Verhalten zu verstehen, vielleicht sogar in gewisser Weise vorhersagen zu können, bewegt die Forschung heute wie damals:

Arbeitgeber sind willens und bereit, in Assesmentcenter und Persönlichkeitsanalysen zu investieren, um herauszufinden, ob sich Bewerber für ein bestimmtes Stellenprofil eignen oder eher nicht.

Forscher werden nicht müde, Tools und Tests zu entwickeln, die immer ausgeklügelter und facettenreicher sind.

Eines der faszinierendsten Modelle ist aus heutiger Sicht „Spiral Dynamics“, was auf den Forschungen von Clare Graves beruht. Es ist ein beschreibendes Modell des Menschen, seiner psychosozialen, emergenten Entwicklung und seiner Werte.

Diese in Farben dargestellten Entwicklungsstufen lassen sich sowohl auf Individuen wie auch auf Organisationen und völkergeschichtliche Entwicklungen beziehen. Folgerichtig findet das Modell heute Anwendung von Einzelcoachings bis hin zu Organisationsentwicklung und darüber hinaus sogar zur Vermittlung in politischen Krisensituationen sowie Entwicklungshilfe.

Anwendung in Persönlichkeitsanalysen

Besonders wichtig war es Graves, Menschen trotz der Betrachtung in Entwicklungsstufen nicht in „Schubladen zu stecken“. Inzwischen gibt es auch Persönlichkeitsanalyse-Tools, die heute vor allem im Business-Coaching zum Einsatz kommen und die diesem Ansinnen von Clare Graves Rechnung tragen. Eines dieser Tools ist das my_motivation© Analysetool von Prof. Dr. Thomas Falter, Develo Consulting.

Unser Fazit

Komplexität muss nicht kompliziert sein:

Durch die umfangreichen Forschung von Clare Graves sind die verschiedenen Entwicklungsstadien vielfältig und hoch komplex in ihrem Zusammenspiel aus Werten, Verhaltensweisen, Sprache und vielem mehr.

Dennoch erlauben sie dem geschulten Anwender sehr schnell, die richtige Sprache zu finden, um Menschen dort zu erreichen, wo sie stehen und um Themen je nach Adressat attraktiv und greifbar zu vermitteln. Deshalb ist dieses Modell für Trainer und Coaches so wertvoll.

Denn heute wie zu Aristoteles‘ Zeiten werden Menschen noch immer durch die gleichen Motivatoren bewegt. Nur die Facetten von Ruhm, Ehre und Spaß sind vielfältiger geworden – und mit Spiral Dynamics vielleicht ja auch etwas bunter.

 

 

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bpafuelber

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